Was ist Pilates?
Die Pilates-Technik wurde von Joseph Hubertus Pilates entwickelt. Bedingt durch seine Auswanderung nach Amerika war seine Technik in Europa lange so gut wie unbekannt. Das umfangreiche Übungsrepertoire kann entweder am Boden oder mit speziell von Pilates entwickelten Geräten ausgeführt werden. Seit 1997 wächst die Zahl der Pilates-Studios weltweit stetig und seit 2001 hat
die Fitnesswelt Pilates zum Trendsport erkoren.
Joseph Pilates hat seine Unterrichtsmethode selber nie „Pilates“ genannt, sondern benützte die Bezeichnung „Contrology“.
Es handelt sich um eine Ganzkörpertrainingsmethode, die anfangs überwiegend von Tänzern oder anderen darstellenden Künstlern ausgeübt wurde.
Das weiterentwickelte „Pilates von heute“ findet vielzählige Einsatzmöglichkeiten: als Ergänzungstraining für Sportarten (z.B. Golf, Tennis, Fussball, Tanzen, Turnen, etc.), für Frauen vor und nach der Entbindung, zur Verletzungsvorbeugung, in Rehabilitationsphasen, als Inkontinenztraining und natürlich im Wellnessbereich.
Pilates ist ein biomechanisch korrektes Körpertraining, das sowohl in der Prävention als auch in der Rehabilitation eine wichtige Rolle spielt. Diese Trainingsform erfordert von Schüler und Lehrer gleichermassen ein hohes Mass an Konzentration, Disziplin und Durchhaltevermögen.
Es ist deshalb mit normalem Fitnesstraining nicht zu vergleichen.
Pilates entspricht den Grundlagen der Bewegungslehre (Kinesthetik). Ziel ist ein ausgeglichenes Muskelsystem, das einen bewussten Muskeleinsatz ermöglicht und dadurch die Ausführung von Bewegungen erleichtert. Die Idee, von innen nach aussen zu arbeiten, verbindet Körperbewusstsein
mit physikalischem Training und führt zu einer mentalen Balance.
Eines der Grundprinzipien ist es, zu lernen, wie man sich mit einer stabilen Körpermitte, dem Powerhouse, bewegt – egal ob man spazieren geht oder jemandem die Hand schüttelt.
Da das heutige Pilates-Training mit viel Querverweisen zu Alltagsbewegungen arbeitet, wird es
auch häufig als die „Moderne Rückenschule“ bezeichnet.
Muskulär betrachtet erarbeitet man zunächst ein Gespür für die drei Hauptstabilisatoren: die Beckenbodenmuskulatur, den querliegenden Bauchmuskel (M. transversus abdominus) und die entsprechenden Gegenspieler im Rücken (Mm. multifidii). Anschliessend kommen Bewegungen der Extremitäten (Arme, Beine) hinzu, die eine zusätzliche Herausforderung für die Stabilität in der Mitte darstellen. Die Kräftigung dieser sehr tief liegenden Muskelgruppe unterstützt die Wirbelsäule in ihrer Stützfunktion und verbessert die Haltung. Da Haltung und Psyche im engen Zusammenhang stehen, kann durch das Pilates-Training auch Einfluss auf die Psyche genommen werden.
Text: Christin Kuhnert, Pilates-München